2021 - Meinen Garten sehe ich jetzt anders

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2020 war alles anders. Mein Garten war nicht nur mehr der Ort der Erholung und der Freude, er war vielmehr eine Zuflucht während des Lockdown. Das hat meine Sicht und mein Gefühl für diesen Ort verändert. Kein Ausgleich für den Alltag, sondern als Teil der täglichen Routine, aber ohne selbst Bestandteil der täglichen Arbeit zu sein.

Wie sich die Sicht auf etwas Bekanntes verändert hat

So detailorientiert wie ich sonst durch den Garten wandelte, so eingeschränkt war meine Sicht in der zweiten Jahreshälfte 2020. Ja, mein Garten hat mir im Lockdown viele Möglichkeiten eröffnet, mal vor die Tür zu kommen, die Wohnung verlassen, ohne auf erstaunlich überfüllten Waldwegen zu wandeln.

Und dennoch. Jetzt ist es nicht mehr der Garten, der es einmal war. Auch wenn ich die Veränderung in meiner Wahrnehmung nur langsam verstehen konnte, war sie doch grundlegend. Die stete Romantik, die mein Garten in mir weckte, war irgendwann dahin. Die Realität, so deutlich, wie sie in 2020 auf mich einprasselte, hat dem zauberhaften Ort viel Glanz genommen. Da viel es mir schwer zu schreiben, zu Fotografieren und zu dokumentieren.

Dieses Jahr gehe ich mit anderen Ideen in das Gartenjahr

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Wenn es nicht mehr angesagt ist, schnell mal dies und das zu kaufen

Auch wenn die Baumärkte und Gartencenter durchaus geöffnet hatten, was erstaunlich viele Menschen auch nutzen, war es nicht die Zeit, um schnell mal etwas einzukaufen. Die Notwendigkeit einer Fahrt zum Markt war wohl überlegt, die Materialliste genau geplant und der Aufenthalt vor Ort hatte nichts mit Stöbern zu tun.

Das hatte klar den Vorteil, dass meine Geldbörse geschont wurde. Dann gab es einen noch einen Effekt, von dem ich glaubte, er sei schon immer da gewesen. Aus dem Vorhandenen etwas zu schaffen. Dinge zu nutzen, die vielleicht schon Jahre irgendwo herumliegen. Wie viel ich aber doch neu gekauft habe, ohne groß einen Gedanken daran zu verschwenden, wurde mir noch mal sehr bewusst, als es einfach nicht mehr möglich war.

Dabei gibt es viel Möglichkeiten, Material zu recyceln und wieder zu verwenden. Einen Kompost z. B. habe ich jetzt auch. Ein angenehmer Gedanke, eine Produktionsstätte für Pflanzenpower zu haben, auf die man zugreifen kann. Zumal klar ist, aus was die Masse, die man auf seine Beete aufträgt, besteht. Ob mit das gelungen ist und was am Ende herauskommt, werde ich dieses Jahr sehen. Es braucht halt etwas Zeit, bis sich die Dinge entwickeln. Ein Hort des Lebens ist der Kompost in jedem Fall geworden, er wurde vom Kreuch und Fleuch gut angenommen, deshalb bin ich erst mal zuversichtlich.

Auch abgetragene Erde von hier und da wird jetzt schön gelagert, gemischt und wiederverwendet. Das macht zwar optisch nicht viel her, ist aber eine gute Art den Wahnsinn, jedes Jahr Säckeweise neue Erde in den Garten zu schleppen, zu vermeiden. Ist doch alles da. Die Erde, die ich aus meinem Hochbeet geholt habe, darf jetzt, gemischt mit anderen Erden und Kompost, wieder zu brauchbarem Lebensraum werden.

Und da kommt ein Geschenk, ein gebrauchtes Gewächshaus

Statt das Hochbeet neu aufzubauen, kommt jetzt ein Gewächshaus. Gebraucht, aber in gutem Zustand. Muss zwar alles geputzt werden und dann noch ohne Anleitung zusammengebaut, aber das soll kein Hindernis sein.

Um den Platz für das Gewächshaus vorzubereiten, muss aber erst mal einiges passieren. Der ganze Farn muss umziehen, der Gehweg muss etwas versetzt werden und der Boden muss begradigt werden. Dabei kommt auch noch ein alter Baumstumpf zutage, der sich bisher unter dem Hochbeet versteckt hatte. Der ist allerdings schon sehr von Pilz und Leben durchzogen, sodass eine Axt ausreicht, um den Stumpf in handliche Rücke zu zerlegen. Die Brocken werde ich bei Gelegenheit verfeuern, das Kleinzeug darf einfach im Boden bleiben.

Jetzt aber erstmal Winter

Und kommt Schnee. Tatsache Schnee. Und Frost. Eher selten geworden, hier in unseren Gefilden, schlägt der Winter noch mal zu. Da geht es erst mal nicht mehr weiter mit meinen Umbauten. Ist aber nicht so schlimm, denn ich habe sonst nichts vor. Und das wird sich wohl auch die nächsten Monate noch nicht ändern. Es wird also genug Gelegenheit geben, weiter zu machen.

Zudem steigt die Zuversicht, wenn die ersten Blumen sich bereits dem Himmel und dem Licht entgegenstrecken. Ich freue mich jedenfalls auf ein neues Gartenjahr, andres als die Jahre zuvor, doch nicht weniger optimistisch, dass ich es genießen kann.

Der Blog wird auch noch angefasst

Damit ich hier beruhigt weiter schreiben kann, habe ich meinen Blog mal auf die neuste Version gehoben. Im Unterbau nutze ich Contao, das ich sehr leib gewonnen habe. Die ein oder andere Erweiterung habe ich über Bord geschmissen, ein bisschen ausmisten halt. Wer hat während der Pandemie auch nicht aufgeräumt?

Es kann also starten, das neue Gartenjahr. Ich freu mich drauf.

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