Totholz in meinem Garten

von Josef Beermann

Das Buch Lebensraum Totholz, von Werner David, hat mich animiert mal hinzusehen, ob und wie viel Totholz ich in meinem Garten finde. Es hat mich fasziniert zu lesen, wie viel Leben in Totholz steckt. Nach meiner Expedition im Garten stelle ich fest, es gibt Handlungsbedarf. Da geht noch was.

Ein tolles Buch macht neugierig auf das Leben im toten Holz

Vor einigen Monaten habe ich mir ein Buch von Werner David gekauft. "Lebensraum Totholz". Das Cover hat mich auf den ersten Blick angesprochen und neugierig gemacht. Jetzt, wo ich endlich dazu komme das Buch zu lesen, kommt die Frage auf, ob mein Garten auch diesen Lebensraum bietet. Und wenn ja, wo finde ich ihn, wie sieht er aus und ist das genug?

Kurzum habe ich mir die Kamera geschnappt und bin auf Expedition gegangen. Ich war mir nicht sicher was ich finden würde und ob mich das Angebot an Totholz überzeugen würde.

Totholz im Garten

Der Baumstumpf hinterm Haus

Da der Garten nicht riesig ist, sollte es die Expedition nicht so sehr lange dauern. Ein bisschen was habe ich auch gefunden. Als Erstes fiel mir der alte Baumstumpf ein, den ich irgendwann mal hinterm Haus gelagert hatte. Er war damals schon ziemlich verwittert, mein Schwiegervater hatte seiner Zeit versucht ihn durch kontrolliertes abfackeln zu beseitigen. Das hatte allerdings nicht funktioniert, so das der Baum-Rest noch viele Jahre mitten auf der Wiese stand. Irgendwann habe ich ihn in einem Stück hinter das Haus verfrachtet, wo er seit dem steht und langsam vergeht.

Und es ist ganz erstaunlich, wie viele Gänge, Weben, Reste von Leben und Anderes man hier findet. Ich habe ein paar Bilder gemacht und mir alles angesehen. Der erste Eindruck ist, das hier gar nichts los ist. Dann aber findet man zumindest Spuren. Und das in Hülle und Fülle. Das Holz selber ist schon so verwittert, das man die äußeren Schichten zwischen den Fingern zu Staub zermahlen kann. Ganze Stücke haben sich bereits gelöst und liegen umher. Da dieses Szenario hinterm Haus niemanden stört, darf es hier bestehen bleiben. Es wird sicher noch einige Zeit kosten, bis von diesem Baumstück nichts mehr da ist.

Hinterm Farn versteckt

Heute morgen hatte ich meine Regentonne mit einem neuen Wasserhahn aufgemotzt. Dafür hatte ich das ein oder andere Farnblatt entfernt, um an alles heranzukommen. Un da war er mir wieder aufgefallen. Der Baumstumpf hinterm Farn. Er ist noch in deutlich "besserem" Zustand als der hinterm Haus, zeigt aber auch schon die ein oder andere Vermietung an Gartenbewohner. Besonders sind mir die Flechten aufgefallen, die den Stamm schmücken. Auch kleine Höhlen die sich gebildet habe, scheinen bewohnt zu sein.

Hier in der Ecke, im Sommer stets von großen Farnzweigen bedeckt steht er sicher vor Regen und Sonne. Ganz schön dunkel die Ecke. Ich würde hier nicht einziehen wollen. Um die Fotos zu machen habe ich den Farn ein wenig zur Seite gehalten.

Das kann doch nicht alles sein

Der Rest der Expedition Totholz verlief eher ernüchternd. So richtig finden lassen wollte sich nichts mehr. Eine kleine Höhle im Sommerflieder-Stamm, das war es auch schon. Das ist zu wenig finde ich. Da muss was passieren. Jetzt gilt es zu überlegen, welche Maßnahmen ich treffen kann, um den Insekten die den Lebensraum Totholz lieben und brauchen, Möglichkeiten einzuräumen. Platz für einen riesigen Holzhaufen habe ich nicht. Ich werde mit wohl was einfallen lassen müssen. Aber davon später mehr, wenn die ersten Ideen spruchreif oder umgesetzt sind.

Totholz im Garten

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